Von der Dünenruine von Brederode bis zu den unterirdischen Fluchttunneln von Schloss Valkenburg und der legendären Burg von Leiden: Die Niederlande sind voller beeindruckender Festungsanlagen, aber es gibt nur eine mit einer so bewegten Wiederauferstehung am Rhein.
Versteckt in den rauen Auen von Gelderland liegt das Schloss Doorwerth, eine märchenhafte mittelalterliche Wasserburg, die im 13. Jahrhundert einst als abgebrannte Räuberhöhle eines berüchtigten Raubritters begann.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde die jahrhundertealte Festung durch Granatenbeschuss vollständig zerstört. Heute verbergen sich hinter den wiederaufgebauten Mauern ein 400 Jahre alter Baum und der Geburtsort unserer berühmtesten Widerstandsgeschichte.
Von der Raubritterburg aus dem 13. Jahrhundert bis zu den Ruinen von 1944

Schloss Doorwerth hat eine bewegte Vergangenheit. Im Jahr 1260 steckte der Graf von Gelre die Holzburg gnadenlos in Brand, um den räuberischen Machenschaften des Burgherrn Berend van Dorenweerd ein für alle Mal ein Ende zu setzen. Sein Sohn baute die Festung mit schweren Klosterziegeln aus lokalem Flusslehm wieder auf, woraufhin sie sich zu einer uneinnehmbaren Wasserburg entwickelte.
Jahrhundertelang trotzte die Burg Belagerungen und Hochwasser, bis die Schlacht um Arnheim im September 1944 ihr verhängnisvoll wurde. Alliierter und deutscher Granatenbeschuss verwandelten den mittelalterlichen Stolz in eine rauchende Ruine. Erst nach einer gigantischen Restaurierung nach dem Krieg erstrahlte die Burg wieder in voller Pracht.
Das literarische Geheimnis von Schloss Doorwerth: „Der Soldat von Oranien“

Zwischen den jahrhundertealten Mauern verbirgt sich ein überraschendes kulturelles Erbe. Ende der 1960er Jahre ließ sich der Widerstandsheld Erik Hazelhoff Roelfzema im damaligen Schlossrestaurant Beaulieu nieder. Inspiriert von der Ruhe und der historischen Atmosphäre der Wasserburg schrieb er hier 1969 und 1970 seine Lebensgeschichte nieder.
Das Ergebnis? „Soldat von Oranien“, das berühmteste autobiografische Widerstandsbuch unserer Geschichte, das später zu einem Kultfilm und einem rekordbrechenden Musical wurde. Ohne die Ruhe dieses Schlosses in Gelderland hätte unsere bekannteste Kriegsgeschichte ganz anders ausgesehen.
Ein 400 Jahre alter Baum und ein lebendiger Garten aus dem Jahr 1643

Im Innenhof von Schloss Doorwerth steht eines der bemerkenswertesten Naturdenkmäler unseres Landes. Eine beeindruckende Akazie mit einem Stammumfang von sieben Metern, die gegen Ende des 16. Jahrhunderts gepflanzt wurde.
Direkt hinter dem Deich findest du außerdem einen seltenen historischen Gemüsegarten aus dem Jahr 1643. Hier bauen Freiwillige noch immer vergessene Gemüsesorten und Kräuter wie Kardone und „Brave Hendrik“ an, genau so, wie es die Schlossköche vor Jahrhunderten taten. Zusammen mit den umliegenden Auen des Rheins macht dies das Schloss zu einer einzigartigen Kombination aus Geschichte und Naturschönheit.