Vom Muiderslot bis zur Burgruine Valkenburg: In den Niederlanden gibt es jede Menge historische Burgen, aber nur eine davon verschwand jahrhundertelang spurlos unter dem Sand.
Nur 30 Autominuten von Amsterdam entfernt liegen die Überreste der Ruine von Brederode, dem ehemaligen Stammschloss einer der reichsten Adelsfamilien unseres Landes.
Während des turbulenten Achtzigjährigen Krieges steckten spanische Soldaten diese mächtige Festung gnadenlos in Brand. Die raue Küstenlandschaft übernahm die Herrschaft, woraufhin der vorrückende Dünensand die verbliebenen Mauern über Jahrhunderte hinweg vollständig verschüttete.
Die mächtigen Ursprünge der reichsten Adelsfamilie Hollands

Die Geschichte dieses beeindruckenden Schlosses beginnt in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Was als einzelner Wohnturm auf einem gerodeten Waldstück begann, wurde um 1300 von der Adelsfamilie abgerissen und großflächig neu aufgebaut.
Die Herren von Brederode verwandelten den Ort in ein äußerst luxuriöses Schloss mit imposanten Türmen und komfortablen, beheizten Privaträumen. Das Schloss bildete einen entscheidenden Schutzwall, um die Bedrohung durch feindliche Eindringlinge aus dem Norden abzuwehren.
Von spanischen Soldaten zerstört und vom Dünensand verschlungen

Während des Achtzigjährigen Krieges traf das Schicksal die Festung gnadenlos. Nach der Belagerung von Haarlem im Jahr 1573 plünderten spanische Truppen die Burg gründlich und steckten die verbliebenen Gebäude in Brand.
Die Mauern verfielen schnell zu einer Ruine und wurden den Elementen überlassen. In den folgenden Jahrhunderten drang der Flugsand aus den nahegelegenen Dünen vor, wodurch das einst so mächtige Bauwerk fast vollständig unter dem Küstensand verschwand.
Vom vergessenen Sandhügel zu einem der ersten staatlichen Denkmäler

Im 19. Jahrhundert wurde die Ruine von Brederode wiederentdeckt und zu einem der allerersten nationalen Denkmäler der Niederlande erklärt.
Der berühmte Architekt Pierre Cuypers leitete eine beeindruckende Restaurierung, ließ sich dabei aber etwas zu sehr von der Romantik mitreißen. Der historische Innenhof wurde nämlich zu tief ausgehoben, und die verbliebenen Mauern erhielten sogar erfundene, fantasievolle Schießscharten.
Heute steht die imposante Ruine unter der Verwaltung der Stiftung „Stichting Monumentenbezit“. Besucher können dort einen Spaziergang durch die jahrhundertealten Mauern machen, den ikonischen Bergfried erklimmen und selbst erleben, wie die bewegte Geschichte dieser vergessenen Dünenburg wieder zum Leben erwacht.