Was machst du, wenn der Strom tagelang ausfällt oder extremes Wetter die Stadt lahmlegt? Die niederländische Regierung betont immer wieder die Notwendigkeit, 72 Stunden lang selbstständig zurechtzukommen, aber der Kauf eines kompletten Notfallpakets kostet Geld. Da die Sicherheit aller Einwohner zählt, greift die Stadt Amsterdam ein
In enger Zusammenarbeit mit der Tafel und dem Roten Kreuz werden ab dem 22. Oktober 2.000 kostenlose Notfallpakete an Amsterdamer mit einem knappen Budget verteilt. Und es gibt noch mehr: Die Stadt testet in Kürze auch physische Notfallhilfestellen in den Stadtvierteln.
Wer bekommt ein kostenloses Notfallpaket und was ist darin enthalten?

Die Initiative richtet sich speziell an Haushalte und Familien, die sich aufgrund einer angespannten finanziellen Lage selbst keine Notvorräte anschaffen können. Ab dem 22. Oktober beginnt die Verteilung über vertraute Einrichtungen wie die Tafel und das Rote Kreuz. Es ist eine Fortsetzung einer früheren Aktion im Mai, bei der sich die Nachfrage nach Hilfe als sehr groß erwiesen hat.
Das Paket enthält wichtige Dinge, um die ersten 72 Stunden nach einer Katastrophe selbstständig zu überstehen. Dazu gehören zum Beispiel ein batteriebetriebenes Radio für Notfallmeldungen, eine leistungsstarke Taschenlampe, haltbare Lebensmittel und ausreichend Trinkwasser. Die Stadt prüft derzeit, ob das Angebot in Zukunft auf noch mehr Haushalte ausgeweitet werden kann.
Nothilfestellen: Große Übung am 6. Oktober

Neben den Paketen setzt die Hauptstadt auf physische Anlaufstellen in der Nachbarschaft. Bei einem längeren Stromausfall oder extremen Wetterbedingungen fallen Mobilfunknetze und das Internet schnell aus. Damit die Einwohner trotzdem Informationen erhalten oder einen Notruf absetzen können, werden in den Stadtvierteln spezielle „Notfall-Anlaufstellen“ eingerichtet.
Am 6. Oktober führt die Stadt gemeinsam mit der Sicherheitsregion und dem Roten Kreuz eine große Übung durch, um diese Standorte zu testen. Das endgültige Ziel ist es, etwa hundert solcher Hilfsstellen einzurichten, was einer Stelle pro 10.000 Einwohner entspricht. Von dort aus können im Notfall sofort die Rettungsdienste alarmiert werden.