Entlang des breiten Wassers der Zaan weht täglich ein durchdringender Duft von frischem Kakao vorbei. Dieses charakteristische Dorfbild gehört durchweg zu den schönsten Dörfern der Niederlande.
Wer zwischen den knarrenden Mühlen und grünen Fassaden umherwandert, betritt direkt das älteste Industriegebiet der Welt. Was viele jedoch übersehen, ist, dass dieses Viertel aus dem 18. Jahrhundert erst in den 1960er Jahren auf Tiefladern zusammengetragen wurde.
Das allererste Industriegebiet Europas

Vor dreihundert Jahren war die Zaanstreek kein ruhiges Polderdorf, sondern der pulsierende Wirtschaftsmotor der Niederlande. Angetrieben vom stetigen Polderwind drehten sich hier Hunderte von Holzmühlen Tag und Nacht auf Hochtouren.
Sie sägten das Eichenholz für die Seeschiffe der VOC, mahlten seltene Pigmente für Farben und pressten Samen zu Öl. Um den sumpfigen Moorboden zu schützen, entschieden sich die Handwerker für leichte Holzkonstruktionen mit der ikonischen grünen Farbe: die Geburtsstunde des charakteristischen Dorfbildes der Zaan.
Die Entstehung des legendären grünen Dorfes

Wer durch die Zaanse Schans schlendert, ahnt kaum, dass dieses Viertel erst in den 1960er Jahren entstanden ist . Um die historische Architektur der Zaan vor Erweiterungsplänen und dem Abrisshammer zu retten, wurden Dutzende von denkmalgeschützten Gebäuden aus dem 18. Jahrhundert auf Tiefladern und flachen Lastkähnen in den Kalverpolder transportiert.
Was als gewagter Rettungsplan für bedrohte Holzhäuser begann, entwickelte sich zu einem denkmalgeschützten Dorfbild. Sogar der Name des Dorfes ist geschichtsträchtig. Er erinnert an die Verteidigungsanlage, die Wilhelm von Oranien 1574 gegen die Spanier errichtete.
Ein bewohntes Denkmal im Herzen des Kalverpolders

Das Besondere an der Zaanse Schans ist, dass es kein lebloses Freilichtmuseum ist. In den denkmalgeschützten Holzhäusern wohnen noch immer Zaankanter, die das Viertel täglich zum Leben erwecken, während Handwerker in den Werkstättentraditionelle Handwerkskunst pflegen und die Käseherstellung fortsetzen.
Wer zwischen den historischen Fassaden spaziert, riecht außerdem den unverkennbaren süßen Kakaoduft, der aus der örtlichen Schokoladenindustrie über die Zaan weht. In Kombination mit dem plätschernden Polderwasser und der unter Naturschutz stehenden Moorwiesenlandschaft fühlst du dich hier wie in einem lebendigen Stück niederländischer Geschichte.