Reisende in den gesamten Niederlanden und in der Region Amsterdam müssen mit Streikbeeinträchtigungen im Nahverkehr rechnen. Am Mittwoch ist das Ultimatum, das FNV und CNV dem Arbeitgeberverband für den öffentlichen Nahverkehr (VWOV) gestellt hatten, offiziell ohne Einigung abgelaufen. Die Gewerkschaften bereiten nun Aktionen vor, die in der Woche vom 12. Oktober beginnen sollen, mit möglicherweise wöchentlichen 24-Stunden-Streiks bis Weihnachten.
Acht Verhandlungsrunden ohne Ergebnis

Die drohende Streikwelle hat eine lange Vorgeschichte. Schon seit März versuchen die Gewerkschaften FNV und CNV, einen neuen Tarifvertrag für die über 13.000 Beschäftigten im Regionalverkehr abzuschließen – vor allem Busfahrer von Verkehrsunternehmen wie Arriva, Qbuzz, Keolis und Transdev. Nach acht Verhandlungsrunden sind die Gespräche im Juli endgültig ins Stocken geraten; der alte Tarifvertrag war bereits Ende Juni ausgelaufen.
Im Mittelpunkt des Konflikts stehen Löhne, Arbeitsbelastung und eine bessere Regelung für ältere Arbeitnehmer. Die Gewerkschaften fordern eine Lohnerhöhung von 6 Prozent, um den Kaufkraftverlust auszugleichen. Außerdem wollen sie sozialere Dienstpläne und bessere Vereinbarungen, um die Auswirkungen von Früh- und unregelmäßigen Schichten zu verringern.
Nach Angaben der Gewerkschaften halten die Arbeitgeber an Vorschlägen fest, die die Arbeitsbedingungen sogar verschlechtern, wie längere flexible Schichten und mehr unbezahlte Pausen. Da über 97 Prozent der FNV-Mitglieder für Arbeitskampfmaßnahmen gestimmt haben, ist die Bereitschaft, die Arbeit niederzulegen, außergewöhnlich hoch. Der Arbeitgeberverband VWOV erklärt seinerseits, dass ein gutes Angebot vorliege, und bedauert die angekündigten Arbeitskampfmaßnahmen.
Was bedeutet die Streikdrohung für Fahrgäste in und um Amsterdam?

Für die Hunderttausenden Fahrgäste in und um die Hauptstadt hängen die Auswirkungen der bevorstehenden Aktionen ganz von ihrem Verkehrsunternehmen ab:
- Das Stadtnetz bleibt unbeeinträchtigt: Alle Straßenbahnen, U-Bahnen, Stadtbusse und Fähren der GVB in Amsterdam unterliegen einem eigenen Tarifvertrag und beteiligen sich nicht am Streik. Auch die Züge der NS fahren nach Fahrplan.
- Regionalverkehr in der Gefahrenzone: Die Busse und Regionalzüge von Connexxion (Amstelveen, Schiphol, Haarlem) und EBS (Zaanstreek, Waterland) drohen tatsächlich stillzustehen.
Wann erfahren die Fahrgäste mehr?
Die Gewerkschaften geben die genauen Aktionen erst kurz vorher bekannt, um zu verhindern, dass die Arbeitgeber die Arbeitsniederlegungen mit Notfallplänen auffangen. Am kommenden Freitag um 12:00 Uhr geben FNV und CNV bekannt, welche konkreten Fahrten und Wochentage in der Woche vom 12. Oktober als Erstes betroffen sind. Fahrgästen in der Region wird empfohlen, die Reise-Webseiten von Connexxion und EBS genau im Auge zu behalten.