Manchmal möchte man den Trubel der Randstad einfach mal ganz hinter sich lassen. Während die meisten an einem freien Tag massenhaft an die Küste strömen, um durch die Schoorlse Duinen zu spazieren, liegt die echte, ruhige Oase diesmal ein Stück weiter östlich.
Sobald du die Autobahn gegen die endlosen Wälder der Veluwe eintauschst, spürst du sofort, wie die Ruhe über dich hereinbricht. Mitten in dieser riesigen grünen Oase findest du das Kröller-Müller-Museum, ein verstecktes Kulturparadies, in dem Kunst und Natur auf spektakuläre Weise verschmelzen.
Auge in Auge mit den Meistern der modernen Kunst

Der Kontrast könnte kaum größer sein. Du stellst dein weißes Fahrrad zwischen den Bäumen ab, betrittst das helle Gebäude und stehst plötzlich Auge in Auge mit der absoluten Weltklasse. Während du in Paris oder Amsterdam stundenlang zwischen den Selfie-Sticks in der Schlange stehst, hängen die ikonischen Meisterwerke hier einfach ganz in Ruhe an der Wand.
Hier kannst du ungestört in den Sternenhimmel von Vincent van Goghs „Caféterrasse bei Nacht“ eintauchen. Nicht umsonst beherbergt das Museum hier die zweitgrößte Van-Gogh-Sammlung der Welt. Schau dir unbedingt auch die angrenzenden Säle an. Hier hängen frühe kubistische Experimente von Picasso Seite an Seite mit den klaren Linien von Mondrian. Es fühlt sich fast surreal an, solch weltberühmte Kunst zu betrachten, während man durch die großen Fenster die Kiefern im Wind wiegen sieht.
Eines der größten Freilichtmuseen Europas

Sobald du durch die Hintertür des Museums trittst, betrittst du einen riesigen Kunstwald von sage und schreibe 25 Hektar . Das ist nicht einfach nur ein Garten mit ein paar Statuen, sondern einer der größten Skulpturengärten unter freiem Himmel in ganz Europa. Das Tolle daran ist, dass die Grenze zwischen Natur und Kultur völlig verschwimmt. Wenn du über gewundene Waldwege schlenderst, stehst du plötzlich Auge in Auge mit monumentalen, abstrakten Skulpturen, die sich perfekt in die Natur einfügen.
Ein absoluter Favorit ist „Meneer Jacques“, die ikonische Bronzestatuette, die dich fast schon freundlich zu grüßen scheint. Am schönsten ist es, einfach kreuz und quer durch das Gras zu schlendern, denn manche Kunstwerke sind so riesig, dass man buchstäblich darunter hindurchlaufen oder hineinklettern kann. Der Kontrast zwischen der klaren, modernen Kunst und den verwilderten Bäumen der Veluwe macht jede Kurve auf dem Weg zu einer Überraschung.
Mit dem Fahrrad durch ein lebendiges Gemälde

Dein Besuch ist erst dann wirklich komplett, wenn du den Rest des 5.500 Hektar großen Nationalparks erkundest. Lass das Auto stehen und schnapp dir hier einfach eines der tausenden kostenlosen weißen Fahrräder. In einem Moment radelst du durch dichte, flüsterleise Kiefernwälder, und im nächsten öffnen sich die Radwege zu riesigen, goldgelben Sandverwehungen und violetten Heidefeldern, die bis zum Horizont reichen.

Folge den gewundenen Pfaden tiefer in den Park hinein zum monumentalen Jagdhaus Sint Hubertus, dem ehemaligen Landsitz der Gründer dieses magischen Ortes. Dieses ikonische Gebäude spiegelt sich klar im großen Teich wider und sieht aus, als stamme es direkt aus einem Designmagazin. Steig hier kurz ab, streck die Beine aus und mach dir bewusst, dass du gerade durch ein lebendiges Kunstwerk geradelt bist.