Amsterdam ist voller ikonischer, schmaler Grachtenhäuser, aber kein einziges Gebäude ist so bizarr klein wie das Haus in der Oude Hoogstraat 22. Direkt neben dem Tor der Waalse Kerk verbirgt dieses denkmalgeschützte Gebäude nur 10 Quadratmeter Grundfläche.
Aber warum wurde dieses Häuschen eigentlich so extrem schmal gebaut?
Das kleinste Haus der Niederlande (und Europas)

Wer durch die Oude Hoogstraat schlendert, sieht es einfach so über. Mit einer Fassadenbreite von 2,02 Metern und einer Tiefe von 5 Metern ist die Hausnummer 22 das kleinste freistehende Haus in Amsterdam und ganz Europa.
Dennoch nennen viele Reiseführer die Singel 7 als das schmalste Haus. Das stimmt nicht: Dort sieht man nur eine sehr schmale Rückfassade, die einst gebaut wurde, um Steuern zu hinterziehen. Auch die bekannte Fassade am Kloveniersburgwal 26 ist mit 2,44 Metern deutlich breiter. Die Oude Hoogstraat 22 gewinnt also mit Abstand.
Das Geheimnis hinter dem 2 Meter breiten Haus

Im Jahr 1733 wurde das große Gebäude„Koning David“ an der Oude Hoogstraat abgerissen. Dadurch blieb der Gemeinde ein winziges Stück Land von genau 10 Quadratmetern übrig.
Um das enge Grundstück trotzdem sinnvoll zu nutzen, wurde das Areal vermietet. Der clevere Bauherr nutzte jeden Zentimeter optimal aus: Damals wurde die Gebäudesteuer nämlich anhand der Breite der Fassade berechnet. So entstand 1738 das schmalste Haus, das erst später zusätzliche Stockwerke und einen Dachboden bekam.
Vom vergessenen Wohnraum zum stimmungsvollen Teeladen

Nachdem es jahrelang als Privathaus gedient hatte, erhielt das winzige denkmalgeschützte Gebäude 2014 eine besondere Bestimmung. Niels und Kirsten verwandelten den historischen Ort in den kleinsten Teeladen Amsterdams.
Im Erdgeschoss findest du eine umfangreiche Auswahl an frischem Tee und Leckereien. Steigst du die schmale Treppe hinauf? Dann genießt du auf den beiden oberen Etagen eine Tasse Tee mit einem einzigartigen Blick auf die Altstadt.