Wer an den Utrechtse Heuvelrug denkt, hat meist dichte Kiefernwälder vor Augen. Doch tief versteckt im Grünen liegt der Henschotermeer: ein idyllischer Waldsee mit schneeweißem Sand, kristallklarem Wasser und einer Insel, die über Holzstege erreichbar ist. Es fühlt sich an wie ein tropisches Paradies. Dennoch verdankt dieser beliebte Ort seine Entstehung einer drohenden Sandverwehung und den Aushubarbeiten für die A12 und die Grebbelinie.
Ein karibischer Traum im Wald: Holzstege und kristallklares Wasser

Wer das Henschotermeer zum ersten Mal besucht, fragt sich kurz, wo er da eigentlich ist. Mitten in den dichten Nadelwäldern des Utrechtse Heuvelrug liegt nämlich eine tropisch anmutende Oase. Das kristallklare Badewasser ist umgeben von einem weitläufigen, schneeweißen Sandstrand und üppigem Grün.
Im absoluten Mittelpunkt steht eine malerische Insel, die über zwei charakteristische Holzstege vom Strand aus erreichbar ist. Rund um den See schlängelt sich ein befestigter Wanderweg von fast 2.500 Metern – perfekt für einen entspannten Spaziergang oder eine Joggingrunde. Mit Holzspielgeräten und authentischen Strandtoilettenhäuschen verbindet dieser Ort die Ruhe der Natur mit modernem Komfort.
Von verheerenden Sandstürmen bis zum Nebenprodukt der A12 und der Grebbelinie

Hinter der märchenhaften Kulisse von heute verbirgt sich eine bewegte Geschichte. Bis 1895 war das Gelände nämlich eine wilde Sandverwehung, die drohte, die umliegenden Wiesen und Wege zu bedecken. Um den aufgewirbelten Sand einzudämmen, bedeckte man die Ebene mit Grassoden und Heide, zwischen denen dichte Wälder gepflanzt wurden.
Der heutige See entstand erst in den 30er Jahren. Um die Bundesstraße A12 und die militärische Verteidigungslinie „Grebbelinie“ zu bauen, wurde hier in großem Umfang Sand abgetragen. Der entstandene tiefe Krater wurde erst 1972 weiter vertieft und zu einem offiziellen Badesee ausgebaut. Kaum jemand am Strand ahnt, dass diese idyllische Oase ihre Existenz den Autobahnplänen und der Kriegsverteidigung verdankt.
Schlossrouten, kaiserliche Geschichte und das Gelderse Vallei

Ein Besuch am Henschotermeer lässt sich perfekt mit der reichen Geschichte der Region verbinden. Der Utrechtse Heuvelrug und das Gelderse Vallei beherbergen nämlich einige der schönsten Schlösser unseres Landes. So liegt ganz in der Nähe Huis Doorn, das historische Anwesen, auf dem der geflohene deutsche Kaiser Wilhelm II. nach dem Ersten Weltkrieg im Exil lebte.
Auch Schloss Amerongen und Schloss Renswoude – mit königlichen Teichen, die von Versailles inspiriert sind – liegen gleich um die Ecke. Von Orten wie dem Landgut Ruwinkel aus durchquerst du mit dem Fahrrad dichte Wälder und alte Landgüter. So verwandelt sich ein entspannter Tag am Wasser mühelos in eine kulturelle Entdeckungsreise.

Praktische Besucherinfos
- Ort: Woudenberg, Utrechtse Heuvelrug (Gelderse Vallei)
- Eintritt: 3,70 € pro Person
- Öffnungszeiten: Täglich von 08:30 Uhr bis Sonnenuntergang geöffnet