Hinter den überwucherten Pfaden des Efteling verbirgt sich eine Geschichte, die nur wenige Besucher kennen. Wo heute Millionen internationaler Gäste durch zauberhafte Welten schlendern, begann diese Brabanter Ikone auf eine auffallend nüchterne Weise.
Wer am 31. Mai 1952 den Park zur offiziellen Eröffnung des Märchenwaldes betrat, zahlte gerade mal 80 Gulden-Cent: genau 36 Eurocent. Was viele nicht wissen: Der Grundstein für dieses Märchenimperium wurde schon lange vor Anton Piecks Ankunft auf einem ganz gewöhnlichen Sportplatz in Kaatsheuvel gelegt.
Vom katholischen Fußballplatz zum Märchenwald für 36 Cent

Im Jahr 1933 hatten Kaplan Rietra und Pfarrer De Klijn ganz andere Pläne für das Gelände in Kaatsheuvel: Sie wollten die örtliche Jugend zum Sport animieren. Der R.K. Sport- und Wanderpark wurde 1935 mit ein paar Fußballplätzen, einer Rutsche und einer Seilbahn eröffnet.
Erst als Bürgermeister Reinier van der Heijden sich mit dem Filmemacher Peter Reijnders und dem Illustrator Anton Pieck zusammentat, verwandelte sich die Sportwiese in eine Traumwelt. Pieck zeichnete rund 1.500 detaillierte Skizzen, während Reijnders die Illustrationen mit raffinierten Techniken zum Leben erweckte.
Am 31. Mai 1952 öffnete der Märchenwald offiziell seine Pforten mit zehn Märchen. Schon im ersten Jahr fanden über 220.000 Besucher den Weg nach Kaatsheuvel.
Das vergessene sowjetische Geheimnis im Polder

In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich der Park von einem rustikalen Märchenwald zu einem Freizeitpark von Weltklasse. Die Ikone Holle Bolle Gijs feierte 1959 ihr Debüt, und Anfang der 80er Jahre folgten die ersten spektakulären Achterbahnen wie die Python.
Das bemerkenswerteste Kapitel spielte sich 1986 ab. Während der Sonderausstellung „Interkosmos“ holte der Park ein einzigartiges Stück Raumfahrtgeschichte nach Kaatsheuvel. Besucher konnten echtem sowjetischem Mondstaub gegenüberstehen, der von russischen Weltraummissionen mitgebracht worden war. Es war eine bizarre Kombination aus Märchenmagie und Geschichte des Kalten Krieges.
Vom Spukschloss zu einem düsteren, gruseligen Ort

Der Park erneuert sich ständig, ohne dabei seine eigene Identität zu verlieren. Wo Generationen von Besuchern im legendären Spukschloss gruselten, entstand 2024 der brandneue Themenbereich „Huyverwoud“. Diese düstere Welt auf 17.000 m² beherbergt die Attraktion „Danse Macabre“, die rund um das berühmte klassische Musikstück aufgebaut ist.
Mit der Eröffnung des imposanten Efteling Grand Hotels verwandelte sich der ehemalige Spielplatz in Brabant endgültig in ein internationales Reiseziel. Ein besonderes Detail bei der Eröffnung: Das Hotel stellte sogar einen Guinness-Weltrekord für die größte Schleife der Welt auf.