In den dichten Wäldern bei Doorn steht ein Landhaus mit einer besonderen Geschichte. Hier verbrachte Kaiser Wilhelm II., der letzte Kaiser Deutschlands, seine allerletzten Jahre. Wer heute durch das Tor von Huis Doorn geht, betritt direkt eine vollständig erhaltene Welt voller extremen Luxus, bemerkenswerter Gewohnheiten und einer beispiellosen Sammlung von Schätzen.
64 Eisenbahnwaggons voller Schätze: Der bizarre Umzug von Kaiser Wilhelm II.

Als Kaiser Wilhelm II. 1918 nach dem Ende des Ersten Weltkriegs in die Niederlande floh, ließ er seinen Thron zurück. Aber seinen extremen Reichtum ganz sicher nicht. Er ließ nicht weniger als 64 volle Eisenbahnwaggons mit Palastmöbeln, Teppichen und Kunstwerken aus Berlin nach Huis Doorn transportieren.
Der Ex-Kaiser weigerte sich, bescheiden zu leben, und stopfte das Landhaus mit mehr als 30.000 Kunstschätzen, kostbarem Porzellan und goldbeschlagenen Möbeln voll. Innerhalb dieser Mauern lebte er weiter, als wäre er noch immer Herrscher. Ein auffälliges Detail im Speisesaal ist die Kaisergabel: eine speziell entworfene Gabel, mit der er wegen seines gelähmten Arms mit einer Hand speisen konnte.
Das seltsame Hobby des Kaisers: Warum er Tausende von Bäumen fällen ließ

Um seine Tage zu füllen, entwickelte Wilhelm II. ein bemerkenswertes Hobby: das Fällen von Bäumen auf seinem Anwesen. Er fällte so viele, dass seine Gegner ihn spöttisch„Der Holzfäller von Doorn“ nannten. Auch seine Liebe zu Hunden war extrem. Im Garten sind fünf seiner geliebten Dackel begraben, darunter seine Lieblingshündin Senta.
Das größte Rätsel befindet sich ganz hinten auf dem Gelände: ein kleines Mausoleum. Hier steht der Sarg des Kaisers bereits seit 1941 oberirdisch und wartet. Laut seinem Testament darf er erst in deutscher Erde beigesetzt werden, wenn die Monarchie dort wiederhergestellt ist.
Spaziergang über das Anwesen: vom kaiserlichen Rosengarten bis zum Nationalpark

Das Anwesen rund um Huis Doorn hat sich seit dem Tod des Kaisers kaum verändert. Um das Haus herum liegt der Auguste-Victoria-Garten, ein klassischer Rosengarten, den Wilhelm II. für seine verstorbene Ehefrau anlegen ließ.
Das Besondere an diesem Anwesen ist, wie schnell sich die Atmosphäre ändert, sobald du durch das Tor trittst. Das Gelände grenzt direkt an den Nationalpark Utrechtse Heuvelrug. Nach nur wenigen Schritten tauscht du den streng angelegten kaiserlichen Rosengarten gegen die dichten Wälder und Heideflächen des Heuvelrug ein.