Was machst du, wenn der tägliche Einkauf unerschwinglich wird oder du den Anschluss an die Nachbarschaft zu verlieren drohst? Die Preise im Supermarkt bleiben hoch und soziale Hilfe ist oft an komplizierte Bedingungen oder lange Wartelisten gebunden. Damit niemand durch das Raster fällt, entsteht aus der Stadt selbst eine starke Initiative.
Mit Hilfe von Hunderten von Freiwilligen und lokalen Partnern holt die Organisation „BuurtBuik“ jede Woche Tonnen an überschüssigen Lebensmitteln bei Supermärkten und Gemüsehändlern ab. In Nachbarschaftsküchen in ganz Amsterdam verwandeln sie diese geretteten Lebensmittel in gesunde, kostenlose Mehrgangmenüs für alle, die mitessen möchten.
Die Magie des „Mystery-Box“-Menüs

Jede Kochaktion beginnt wie ein Wettlauf gegen die Zeit auf Rädern. Freiwillige durchqueren das Viertel auf Lastenfahrrädern, um Überschüsse bei lokalen Supermärkten, Gemüsehändlern und Gastronomiebetrieben abzuholen. Was in den Kisten steckt, ist jedes Mal eine Überraschung: von Kisten voller frischer Kürbisse bis hin zu überreifen Früchten und aromatischen Kräutern.
In der Nachbarschaftsküche liegt kein Kochbuch bereit. Das Team denkt sich vor Ort ein kreatives Mehrgangmenü oder eine frische, warme Suppe aus. Überschüsse werden zudem direkt mit anderen sozialen Organisationen geteilt, während Schnittreste an den Kinderbauernhof gehen. So bleibt wirklich nichts ungenutzt.
Essen bringt die Nachbarschaft zusammen
An den langen Tischen von BuurtBuik verschwimmen alle sozialen Unterschiede im Viertel. Egal, ob du ein Student bist, der jeden Monat knapp bei Kasse ist, ein alleinstehender älterer Mensch, der sich nach Gesellschaft sehnt, oder einfach nur deine Nachbarn besser kennenlernen möchtest: Jeder darf kostenlos mitessen. Es gibt bewusst keinerlei Einkommensvoraussetzungen, Zulassungsprüfungen oder komplizierte Anmeldeverfahren. Die frische Mahlzeit ist der ultimative Eisbrecher, um Mitbürger auf ungezwungene Weise miteinander zu verbinden.
Um für alle eine geborgene Atmosphäre zu gewährleisten, gilt an den Standorten eine strenge Regel: Es dürfen absolut keine Fotos oder Videos gemacht werden. Diese garantierte Privatsphäre sorgt für eine sichere Umgebung, in der sich die Besucher wirklich zu Hause fühlen und später oft selbst als Freiwillige mitmachen.
Von Amsterdam zum landesweiten Erfolg

Was 2014 mit einem Pilotprojekt in Amsterdam-Zuid begann, hat sich zu einem landesweiten Erfolg mit 22 Standorten in Städten wie Amsterdam, Utrecht und Rotterdam entwickelt. So bekämpft die Organisation gleichzeitig Lebensmittelverschwendung und soziale Einsamkeit.
Die gesellschaftliche Wirkung der gesamten Organisation im Jahr 2025:
- 91.956 kg hochwertige Lebensmittel vor der Müllhalde gerettet
- 38.315 kostenlose und gesunde Mahlzeiten serviert
- 1.026 aktive Freiwillige, die jede Woche im Einsatz sind
Wo kannst du kostenlos mitessen?

Möchtest du mal mitessen oder Mitbürger kennenlernen? BuurtBuik ist in fast jedem Stadtteil von Amsterdam aktiv. Eine Reservierung ist nicht nötig und die Mahlzeiten sind für alle kostenlos zugänglich. Komm rechtzeitig, denn voll ist voll:
- Amsterdam Ost: Huis van de Wijk Zeeburgereiland – Samstag um 12:30 Uhr (freier Eintritt)
- Amsterdam West: Nachbarschaftszentrum „De Koperen Knoop“ – Sonntag um 17:00 Uhr (freier Eintritt)
- Amsterdam-Süd: Huis van de Wijk Rivierenbuurt – Samstag um 12:00 Uhr (freier Eintritt)
- Amsterdam Zuidoost: Nachbarschaftszentrum Venserpolder – Mittwoch um 17:30 Uhr (freier Eintritt)
- Amsterdam-Nord: De Sloep in Buikslotermeer – Sonntag um 13:00 Uhr (freier Eintritt)