Vom azurblauen Wasser des Blauen Sees bis zu den idyllischen Sandstränden von ’t Nije Hemelriek: Drenthe gilt als eine der vielseitigsten und schönsten Naturprovinzen unseres Landes.
Etwa 1,5 Autostunden von Amsterdam entfernt liegt das Balloërveld, ein beeindruckendes Naturschutzgebiet von 367 Hektar, in dem weitläufige violette Heidefelder und Sandverwehungen den Horizont prägen.
Doch die größte Überraschung dieser Urlandschaft in Drenthe verbirgt sich direkt unter deinen Füßen: ein jahrhundertealtes Netz aus prähistorischen Grabhügeln, Eiszeitkratern und verborgenen Kriegsspuren.
Eiszeitkrater und 3.000 Jahre alte Grabhügel

Wer über die weitläufige Heide streift, betritt unmerklich eine prähistorische Welt. Über den Hügelrücken verstreut liegen Dutzende jahrhundertealter Grabhügel verborgen, in denen über 3.000 Jahre lang ununterbrochen Menschen aus der Stein- und Bronzezeit bestattet wurden.
Ebenso beeindruckend sind die tiefen Pingoruinen, märchenhafte Moorseen, die entstanden, als riesige Eishügel aus der letzten Eiszeit schmolzen. Wer dem Pfad folgt, kommt auch am berüchtigten Galgenberg vorbei, wo in späteren Jahrhunderten Hingerichtete als düstere Warnung für Passanten hingen.
Jahrhundertealte Handelswege und verborgene Kriegsgeheimnisse

Quer über die Heide verlaufen Dutzende Meter breite Streifen tief eingearbeiteter Karrenrillen. Jahrhundertelang zogen Reisende und Kaufleute über diese robuste Handelsroute von Coevorden nach Groningen, wobei der Kirchturm von Rolde stets als erkennbares Leuchtfeuer in der Ferne diente.
Wer genauer hinschaut, entdeckt auch überraschende Spuren aus einer viel jüngeren Vergangenheit. Am Rande der Heide liegen noch immer die intakten Panzergräben und Schützengräben des deutschen „Frieslandriegels“ aus dem Zweiten Weltkrieg, die inmitten der Drenter Heide selten gut erhalten sind.
Heideschafe aus Drenthe in einer seltenen Wildnis

Das lebendige Herzstück dieser Urlandschaft ist die traditionelle Schafherde mit ihrem Hirten. Zusammen mit seltenen Drenter Heideschafen und Heidekühen durchstreifen sie täglich die Ebene, um die violette Heide auf natürliche Weise in Topform zu halten.
Dank dieser Beweidung hat sich das 367 Hektar große Plateau zu einem wahren Paradies für Naturliebhaber entwickelt. Zwischen den mehr als 200 besonderen Pflanzenarten entdeckst du hier regelmäßig sonnenbadende Kreuzottern, scheue Rehe und über 25 verschiedene Arten farbenprächtiger Schmetterlinge.