Schnell einen Kaffee zum Mitnehmen holen oder einen Snack auf der Straße? Die Chancen stehen gut, dass sich das in Amsterdam in Zukunft ändern wird. Nicht weniger als 30 Prozent des Straßenmülls in der Stadt bestehen nämlich aus Einwegbechern und Essensverpackungen. Da das bloße Aufräumen nicht mehr ausreicht, prüft die Stadtverwaltung derzeit, ob ein lokales Verbot dieser Einweg-Plastikartikel möglich ist. Was genau beinhaltet diese Sondierung und was könnte das bald für deinen täglichen Takeaway bedeuten?
Warum prüft Amsterdam ein Verbot?

Wer durch die Stadt läuft, sieht es jeden Tag: überquellende Mülleimer und jede Menge Müll auf der Straße. Der größte Teil davon besteht aus Verpackungen, die nach einem schnellen Mittagessen oder einer Kaffeepause direkt im Mülleimer oder auf dem Bürgersteig landen. Da zusätzliches Kehren und Aufräumaktionen das Problem nicht mehr lösen, will die Stadt diese Belästigung nun an der Wurzel packen.
Hinter den Kulissen wurde daher geprüft, ob Amsterdam das Recht hat, ein lokales Verbot für Einwegplastik einzuführen. Eine rechtliche Untersuchung hat ergeben, dass die Stadt dafür tatsächlich grünes Licht bekommen kann. Die wichtigste Voraussetzung ist jedoch, dass die Stadt nachweisen muss, dass frühere Maßnahmen nicht ausreichend geholfen haben und dass demnächst eine gut funktionierende Alternative für die Verbraucher bereitsteht.
Was ändert sich bei deiner Bestellung zum Mitnehmen?

Obwohl sich das Verbot noch in der Prüfungsphase befindet, schaut Amsterdam bereits mit einem Seitenblick auf Städte, die dies bereits umsetzen. So zahlen Verbraucher in Lissabon 50 Cent Pfand pro Becher, das man bei Rückgabe sofort auf die Bankkarte oder das Handy zurückerstattet bekommt. Eine ähnliche Pfandregelung oder ein Rückgabesystem mit wiederverwendbaren Verpackungen steht auch in Amsterdam zur Debatte.
Die Stadtverwaltung betont allerdings, dass es nicht nur um Geld geht, sondern vor allem um eine Verhaltensänderung. Wir müssen die Wiederverwendung von Behältern einfach als normal ansehen. In den kommenden Monaten prüft der Stadtrat, welche Maßnahmen am besten funktionieren, wobei auch Unternehmer und Amsterdamer um ihre Meinung gebeten werden.