Die groß angelegte Retrospektive von Yayoi Kusama im Stedelijk Museum zieht mit ihrer leuchtend roten, gepunkteten Fassade am Museumplein sofort die Blicke auf sich. Doch sobald du drinnen bist, dreht sich alles um die beiden magischen „Infinity Rooms“. Mit der richtigen Route und cleverem Timing holst du das Maximum aus deinem obligatorischen Zeitfenster heraus und umgehst die längsten Warteschlangen.
Wer ist Yayoi Kusama? Die Nul-Gruppe und ihre Verbindung zu den Niederlanden
Die japanische Avantgarde-Künstlerin Yayoi Kusama (1929–2026) ist weltweit bekannt für ihre hypnotisierenden Punktmuster und Infinity Mirror Rooms. Was viele vergessen, ist ihre tiefe historische Verbindung zu Amsterdam. Schon in den 1960er Jahren schloss sie sich der niederländischen Nul-Gruppe an.
1962 stellte sie als einzige Frau im Stedelijk aus und schenkte dem Museum 1965 ihreikonische Bootsinstallation „Aggregation: One Thousand Boats Show “. Als sie 1967 dann auch noch den Künstler Jan Schoonhoven nackt mit Punkten bemalte, war der Ton gesetzt. Diese Retrospektive fühlt sich daher wie eine echte Heimkehr an.

Mehr als nur Spiegelräume: Ein komplettes Œuvre
Das Stedelijk zeigt Kusamas gesamtes künstlerisches Spektrum: von frühen Gemälden, Zeichnungen und Collagen bis hin zu Skulpturen, Mode und ihren radikalen Happenings. Mit ihrem Tod hat sich diese groß angelegte Retrospektive in eine historische posthume Hommage an ihr bahnbrechendes Leben und ihr gesamtes Œuvre verwandelt.
Die 2 Infinity Rooms im Vergleich: Welchen wählst du zuerst?

Das Stedelijk widmet der Ausstellung einen ganzen Flügel, dessen absoluter Höhepunkt zwei Spiegelräume sind. Neben bekannten Werken erlebst du hier einen neuen, speziell für diese Retrospektive entwickelten Infinity Mirror Room. Beide Räume bieten einen einzigartigen Einblick in Kusamas unendliches Universum.
Da die Kapazität pro Raum begrenzt ist, sind die Spiegelräume der am stärksten frequentierte Teil der Ausstellung. Wer mit einem obligatorischen Zeitfenster hereinkommt, sollte daher idealerweise beide Infinity Rooms gleich zu Beginn des Besuchs besuchen.
Lohnt sich der 10-Euro-Aufpreis für deine Museumskarte?

Der Aufpreis von 10 € für Inhaber der Museumskarte lohnt sich auf jeden Fall, denn damit erhältst du Zugang zu einem exklusiv errichteten „Infinity Mirror Room“ und historischen Leihgaben, die selten gemeinsam zu sehen sind. Während eine reguläre Eintrittskarte 32,50 € kostet, bietet dieser bescheidene Aufpreis eine einmalige Gelegenheit, sieben Jahrzehnte ikonischer Kunst in einem einzigen Flügel zu erleben.
Wer den Aufpreis zahlt, sieht nicht nur die bekannten Spiegelräume und Kürbisse, sondern besucht eine der bedeutendsten Kunstrückblicke dieses Jahrzehnts.

Kusama im Stedelijk: Praktische Informationen
- Termine & Öffnungszeiten: Die Ausstellung läuft vom 11 . September 2026 bis zum 17. Januar 2027
- Öffnungszeiten: 10:00 bis 18:00 Uhr (letzter Einlass um 16:45 Uhr).
- Preise: 32,50 € für Erwachsene (inklusive Zuschlag). Mitglieder mit einer Museumskarte oder einer „I amsterdam City Card“ zahlen 10 €.
- Anfahrt: Nimm vom Amsterdamer Hauptbahnhof aus die Straßenbahnlinie 2 oder 24 direkt bis zur Haltestelle Museumplein.