Vom azurblauen „’t Nije Hemelriek“ und dem tiefblauen „Blauwe Meer“ bis hin zu prähistorischen Hünebetten: Drenthe bietet eine beeindruckende Vielfalt an Natur. Mitten in dieser Provinz verbirgt sich eine ganz besondere Landschaft.
Zwei Autostunden von Amsterdam entfernt liegt der Nationalpark Dwingelderveld: das größte feuchte Heidegebiet Westeuropas, das sich über 3.700 Hektar raue Natur erstreckt.
Vom Schweben über dem Moor auf einem 5,5 km langen Holzsteg bis hin zu den drei einzigen niederländischen Schlangenarten: Das ist ein einzigartiges Wildniserlebnis direkt vor der Haustür.
Der Plankenpfad: 5,5 km über das Moor

Der Holzsteg durch das Dwingelderveld führt dich direkt durch die sumpfige Moorlandschaft. Die 5,5 Kilometer lange Route verläuft über Holzstege über sumpfigen Torfböden, auf denen früher in großem Umfang Torf gestochen wurde. So wanderst du mit trockenen Füßen durch ein Gebiet, das normalerweise unzugänglich ist.
Unterwegs durchquerst du feuchte Heide und auffallend runde Moore: jahrhundertealte Pingo-Ruinen aus der Eiszeit. So gelangst du tief ins empfindliche Herz der Natur.
Das einzige Naturschutzgebiet mit drei Schlangenarten

Neben weitläufigen Mooren beherbergt das Dwingelderveld einen seltenen Artenreichtum an Tieren. Es ist das einzige Naturschutzgebiet in den Niederlanden, in dem alle drei heimischen Schlangenarten zusammenleben: die giftige Kreuzotter, die Glattnatter und die scheue Ringelnatter.
An sonnigen Morgen wärmen sich diese Reptilien entlang der trockenen Sandrücken und Heideränder. Obwohl die Kreuzotter giftig ist, halten die Tiere bei menschlicher Nähe fast immer einen sicheren Abstand. Wer ruhig spazieren geht, kann mit etwas Glück sonnenbadende Exemplare entdecken.
3.700 Hektar Stille und Eiszeitmoore

Das Dwingelderveld verdankt seine Landschaft den Kräften der Eiszeit. In den Senken liegen über vierzig runde Moore. Das sind Pingo-Ruinen: tiefe Krater, die entstanden, als unterirdische Eishügel schmolzen und der Boden einstürzte.
Diese feuchten Senken bilden zusammen mit trockenen Sandrücken ein einzigartiges Moor- und Heidegebiet von 3.700 Hektar. Um zu verhindern, dass das Gelände mit Bäumen zuwächst, weiden täglich zwei traditionelle Schafherden auf der Heide. So bleiben diese besondere Eiszeitlandschaft und die charakteristische Stille erhalten.