Mit ihren vielfältigen Landschaften ist die Veluwe eine unerschöpfliche Quelle für Entdeckungen. Die Region verbindet unseren meistbesuchten Nationalpark mühelos mit tropisch anmutenden Seen wie dem Zandenplas und dem legendären Radio Kootwijk.
Doch ein ganz bestimmtes Naturschutzgebiet ist unübertroffen, wenn es um unberührte Magie geht. Etwa eine Autostunde von Amsterdam entfernt verbirgt sich der Speulder- und Sprielderbos, ein uraltes Waldgebiet von sage und schreibe 3.300 Hektar.
Hinter dem dichten Blätterdach verbirgt sich eine faszinierende Welt. Von prähistorischen Geheimnissen und einem versunkenen Kloster bis hin zu seltenen Waldbewohnern: Dieses Gebiet bietet alles für eine unvergessliche Entdeckungsreise.
Einer der ältesten Wälder der Niederlande

Der Speulder- und Sprielderbos gehört zu den ältesten Naturschutzgebieten der Niederlande. Schon seit 5.000 v. Chr. nutzen Menschen dieses Gebiet. Während der Speulderbos früher als„Herrenwald“ für die Jagd der Oberschicht diente, war der Sprielderbos der „Bauernwald“ für Brennholz. Die historische Grenzlinie „De Laak“ erinnert noch heute an diese Aufteilung.
Wer heute durch das Gebiet streift, taucht buchstäblich in eine reiche Vergangenheit ein. Mitten im Grünen findest du nämlich Dutzende prähistorischer Grabhügel aus der Glockenbecherkultur, die mehr als 4.000 Jahre alt sind.
Märchenhafte „tanzende“ Bäume und ein versunkenes Kloster

In einem Teil des Speulderbos findest du etwa 300 Hektar „tanzender“ Bäume. Holzfäller aus dem Mittelalter ließen die krummen, für sie unbrauchbaren Stämme stehen. Diese Bäume wuchsen daraufhin ungehindert dem Sonnenlicht entgegen, was zu einem bezaubernden und skurrilen Laubwerk führte, das vor allem bei Sonnenschein und Nebel magisch wirkt.
Etwas weiter versteckt der Wald das „Solse Gat“. Geologen bezeichnen es als eine Pingo-Ruine aus der Eiszeit, aber die Einheimischen erzählen lieber von dem versunkenen Kloster. Noch immer sollen die Geister der Mönche um die tiefe Grube herumirren.
Auge in Auge mit Rotwild, Wildschweinen und seltenen Raubvögeln

Durch die Vielfalt aus alten und jungen Bäumen bildet der Wald einen perfekten Lebensraum für Wildtiere. Sowohl der Rothirsch als auch das Wildschwein fühlen sich hier pudelwohl. Wer in der Dämmerung leise durch das Gebiet wandert oder an einem der Wildbeobachtungsstände Platz nimmt, hat gute Chancen, dieses mächtige Wild hautnah zu entdecken.
Neben dem Großwild beherbergt das dichte Blätterdach auch seltenere Waldbewohner. Zwischen den Ästen und auf dem Waldboden leben unter anderem der Baummarder, der Dachs und Raubvögel wie der Wespenbussard und der Habicht.